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Was ist das?

Von einem Leistenbruch spricht man, wenn sich durch eine Lücke in der Leistenregion Gewebe aus dem Bauchraum in den Leistenkanal vorverlagert. Nicht selten ist dann eine ‚Beule‘ von aussen sichtbar. Der Bauchraum wird durch Muskeln, Bindegewebe und Sehnen wie von einer Hülle umschlossen. Hier kann es zu Schwachstellen kommen, so dass Lücken entstehen. Ein Leistenbruch kann angeboren oder erworben sein, zu 15% tritt er beidseitig auf. Der Mediziner spricht auch von einer Inguinalhernie (lat. Hernia inguinalis).

Wer bekommt einen Leistenbruch?

Der Leistenbruch gehört zu den am häufigsten vorkommenden chirurgischen Erkrankungen. 80% davon treten bei Männer auf. Ein angeborener Bruch kommt bei 3-4% der Kinder vor.

Bei dieser Form besteht die Schwachstelle von Geburt an durch einen unvollständigen Verschluss der Bauchwand während der Embryonalphase.

Ein erworbener Bruch kann bei einer Druckerhöhung im Bauchraum z.B. beim Heben und Tragen schwerer Lasten oder Husten entstehen, vorausgesetzt, es besteht eine Schwachstelle der Bauchwand (z.B. im höheren Alter oder/und Bindegewebeschwäche). Auch eine Schwangerschaft oder Übergewicht können zur Ausbildung eines Leistenbruches führen.

Wie erkennt man einen Leistenbruch?

Meist ist eine Vorwölbung in der Leistengegend sicht- oder tastbar. Diese lässt sich im Normalfall im Liegen nach innen zurückdrücken. Oft rutscht der Bruchinhalt von alleine beim Hinlegen wieder in die Bauchhöhle zurück, die ‚Beule‘ verschwindet. Es kann durchaus sein, das keinerlei Beschwerden auftreten. Meist bemerkt man aber eine Druckgefühl oder ein Ziehen, was sich v.a. bei körperlicher Tätigkeit (z.B. Sport, Tragen von Einkaufstaschen etc.) bemerkbar macht. Auch Niessen oder Pressen z.B. beim Stuhlgang können Beschwerden auslösen. 

Was ist ein Schenkelbruch?

Ein Schenkelbruch ist bei der Untersuchung nicht leicht von einem Leistenbruch zu unterscheiden. Dabei tritt der Bruch unterhalb des Leistenbandes durch eine Lücke, die den Blutgefäßen, die das Bein versorgen, als Durchtrittsstelle  dient. Die Beschwerden sind im wesentlichen wie bei einem Leistenbruch. Der erfahrenen Untersucher kann bei der Untersuchung mit dem Ultraschall man in der Regel einen Leistenbruch von einem Schenkelbruch unterscheiden und das richtige Operationsverfahren auswählen.

Ist ein Leistenbruch gefährlich?

Meistens ist ein Leistenbruch ungefährlich. Aber es kann auch zu schweren Komplikationen kommen, wenn sich z.B. Darmanteile in der Bruchlücke einklemmen. Das führt zu einer Durchblutungsstörung des Bruchinhalts (z.B. Darm) und zum Absterben desselben, wenn der Bruch nicht rechtzeitig befreit wird. Bei einer Einklemmung treten starke Schmerzen auf, die ‚Beule‘ lässt sich nicht mehr zurückdrücken. Begleitend können dann auch Übelkeit und Erbrechen vorkommen. Ein Absterben von Darmanteilen führt neben einem Darmverschluss zu einem Darmdurchbruch mit einer lebensbedrohlichen Entzündung der Bauchhöhle. 

Wie erkennt der Arzt einen Leistenbruch?

In aller Regel kann der Arzt einen Leistenbruch durch Tasten diagnostizieren. Selten sind weitere  Untersuchungen erforderlich wie ein Ultraschall oder sehr selten ein MRT oder CT. 

Muss man jeden Bruch operieren?

Einen völlig beschwerdefreien Bruch muss man nicht zwingend operieren.  Jedoch heilt ein Bruch auch nicht von alleine aus und er wird im Verlauf eher größer. Ob sich ein Bruch irgendwann einklemmt, kann nicht sicher vorhergesagt werden. Die meisten Patienten bekommen irgendwann Beschwerden und müssen dann operiert werden. 

Wie kann ich mich nach einer Operation belasten?

Nach einer Leistenbruchoperation sollte für 14 Tage eine körperliche Schonung eingehalten werden. Das bedeutet, das man auf sportliche Aktivitäten verzichten sollte, aber der normale Alltag kann in aller Regel  bewältigt werden. Ein Schmerzmittel ist meist für einige Tage erforderlich, da das Schmerzempfinden aber sehr unterschiedlich ist, kann auch eine längere Einnahme individuell sinnvoll sein. Erfahrungsgemäß werden bei den minimal-invasiven Verfahren in den ersten 1-2 Wochen weniger Schmerzen erlebt und die Rückkehr zur normalen und sportlichen Aktivität erfolgt etwas früher. Nach 14 Tagen ist eine schmerzabhängige Aufbelastung möglich, so dass leichte sportliche Betätigung (wie Joggen/Radfahren) nach 3 Wochen wieder möglich sein sollten. Vorausgesetzt ist immer eine normale Heilung. Insgesamt dauert die normale Wundheilung bis zum Abschluss der Narbenbildung 6 Wochen, so dass eine Maximalbelastung – wie Krafttraining, schwer Heben und Tragen –  erst nach 6-8 Wochen wieder begonnen werden sollte, um eine dauerhafte belastungsstabile Heilung nicht zu gefährden.

Krankschreibung/Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung:

Sie bekommen im Krankenhaus eine Aufenthaltsbescheinigung bei Entlassung an der Patientenaufnahme ausgehändigt, die dem Arbeitgeber weitergeleitet werden muss. Im Anschluss daran bekommen Sie für den weiteren erforderlichen Regenerationszeitraum eine AU durch den weiterbehandelnden Arzt ausgestellt. Die Länge der Arbeitsunfähigkeit hängt von der Art und Schwere Ihrer Tätigkeit und Ihrer Erholung ab. Jedoch sollten Sie mit mindestens 7-14 Tagen rechnen. Wenn Sie jedoch schwer körperlich arbeiten und schweres heben und tragen nicht vermieden werden kann, können es u.U. auch 6 Wochen sein.

Wie wird heute ein Leistenbruch operiert?

Bei einer Operation wird der Bruchinhalt wieder in die Bauchhöhle verlagert. Die Bruchlücke wird anschließend verschlossen. Dieses kann durch eine Naht erfolgen oder heutzutage eher mit einem Kunststoffnetz verschlossen werden. Mehrere Operationsverfahren haben sich mittlerweile etabliert, die im folgenden erläutert werden: 

Klassische Versorgung:

Die Operation kann ambulant erfolgen, das heißt, Sie können am selben Tag wieder nach Hause entlassen werden. Dabei wird ein Schnitt in der Leiste (in örtlicher Betäubung oder Vollnarkose) angelegt und man eröffnet von vorne den Leistenkanal. Hier verlaufen – bei Männern- der Samenstrang und die Hodenblutgefäße. Bei Frauen befindet sich anstelle des Samenstrangs eine Bandstruktur, das Ligamentum rotundum. Im Bereich der Leistenkanalhinterwand liegt die Bruchlücke, die dann entweder mit einem Nahtverfahren (z.B. Op. nach Shouldice) oder mit einem spannungsfrei eingelegten Netz (z.B. Op. nach Lichtenstein) verschlossen wird.

Minimal-invasive Versorgung:

Hierbei unterscheidet man 2 Op-Verfahren. Beiden Verfahren gemeinsam ist die Bruchversorgung von hinten (innen). Bei der TAPP-Methode (transabdominelles präperitoneale Prozedur) macht man eine Bauchhöhlenspiegelung und eröffnet über der Leiste das Bauchfell, dann wird der Bruch zurückverlagert und die Bruchlücke wird von innen mit einem Netz verschlossen. Anschließend wird das Bauchfell wieder über das Netz geschlagen und fixiert. Bei der TEP-Methode (total extraperitoneale Prozedur) wird die Bauchhöhle selbst nicht komplett eröffnet. Das Bauchfell bleibt geschlossen und man operiert in der Schicht zwischen Bauchmuskulatur und Bauchfell. Auch hier wird das Netz von innen auf die Bruchlücke gelegt und die Bruchpforte sicher verschlossen. Beide Verfahren unterscheiden sich hinsichtlich Haltbarkeit (Rezidivrate) und Belastungsfähigkeit nicht. Diese Verfahren werden stationär vorgenommen, man verbringt 1-2 Nächte im Krankenhaus.

Wie operieren wir einen Leistenbruch?

Wir bieten die offenen Verfahren mit und ohne Netz (Op. nach Shouldice und Op. nach Lichtenstein) und die minimal-invasive Versorgung (TEP) an. Alle diese Verfahren sind ausgiebig untersucht und etabliert. Für welches Verfahren wir uns – mit Ihnen gemeinsam – entscheiden, hängt von mehreren Faktoren ab. Dabei spielen neben körperlichen Unterschieden auch die tägliche Aktivität wie z.B. körperliche Belastung im Beruf oder beim Sport) eine Rolle, ebenso wie ihr persönlicher Wunsch. Auch ob es sich um einen Ersteingriff handelt oder ein erneuter Bruch (Rezidiv) vorliegt, sollte berücksichtigt werden. Auch ein beidseitiger Leistenbruch kann gleichzeitig versorgt werden, manchmal entscheidet man sich aber auch zu einem zweiseitigen Verfahren, wo zunächst die eine Seite und später die andere versorgt wird. Alle Operationsverfahren haben Vor- und Nachteile, die am Besten in einem persönlichen Gespräch dargestellt werden sollten. 

Wir verfügen über eine langjährige Erfahrung und haben mehrere hundert Operationen sämtlicher hier angebotenen Operationsverfahren (minimal-invasive Operation durch Dr. Schinkel) vorzuweisen. Von uns können Sie eine ehrliche Beratung sämtlicher Verfahren und eine kompetente operative Versorgung auf höchstem Niveau erwarten. 

Bei Ihnen wurde bereits ein Leistenbruch festgestellt und soll operiert werden. Sie möchten eine Zweitmeinung? Sprechen Sie uns an. 

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Wie können Sie sich optimal für Ihren Arztbesuch bei uns vorbereiten? 

Bitte bringen Sie alle ihnen oder Ihrem Hausarzt zur Verfügung stehende  relevanten Unterlagen mit:

  1. Voruntersuchungen wie z.B. Blutwerte und Ultraschallbefund (wenn vorhanden)
  2. Eine Liste Ihrer Medikamente
  3. Berichte ( z.B. Entlassungsberichte / Operationsberichte ) bei Krankenhausaufenthalten / Operationen in den letzten Jahren.
  4. Berichte bei narkoserelevanten Vorerkrankungen wie z.B. Herzerkrankung/Stoffwechselstörung/Lungenerkrankungen u.a.